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Was sind Modalverben und welche gibt es

Die Modalverben sind eine wichtige Untergruppe von Verben mit denen man Handlungsoptionen ausdrückt (können, dürfen und müssen) oder etwas über ein anzustrebendes Ergebnis aussagt (sollen, wollen, möchten und mögen). In dieser Funktion treten Modalverben oft in Verbindung mit Vollverben im Infinitiv auf, zeigen in der Satzstellung Besonderheiten (Ersatzinfinitiv) und besitzen als Präteritopräsentia spezielle Formen der Konjugation. Modalverben können zudem entweder objektiv (neutral gegenüber dem Wahrheitsgehalt) oder subjektiv (als persönliche Sicht auf die Wirklichkeit in Form von Vermutungen oder Behauptungen) verwendet werden.

Überblick


Modalverben, die Handlungsoptionen angeben (optionsangebende Modalverben):

können, dürfen, müssen

Modalverben, die etwas über ein anzustrebendes Ergebnis aussagen (ergebnisangebende Modalverben):

sollen, wollen, möchten, mögen

Beispiele


Modalverben zur objektiven Angabe von Handlungsoptionen (1-3).

(1) Wir konnten trotz schlechten Wetters draußen essen. (Möglichkeit)
(2) Kinder dürfen in die Sauna und ins Dampfbad. (Erlaubnis)
(3) Drei Männer mussten für mehrere Jahre hinter Gitter. (Vorgabe)

Modalverben zur objektiven Angabe von anzustrebenden Ergebnissen (4-7).

(4) Ich mag das Buch unbedingt lesen. (Wunsch)
(5) Die Herausgeber wollen mit dem Magazin die Medienvielfalt in der Zentralschweiz vergrößern. (Wille, Absicht)
(6) Wir sollen immer auf den gesicherten Pisten fahren. (Forderung)
(7) Wir möchten jetzt essen! (Wunsch)

Modalverben zur Angabe von Vermutungen und Behauptungen (8-13) am Beispiel des Sachverhalts, dass jemand krank ist oder auch nicht.

(8) Er muss krank sein. (er ist sicherlich krank)
(9) Er dürfte krank sein. (er ist wahrscheinlich krank)
(10) Er möge krank sein. (er ist vermutlich krank)
(11) Er könnte krank sein. (er ist vielleicht krank)
(12) Er will krank sein. (er behauptete, dass er krank ist)
(13) Er soll krank sein. (jemand behauptete, dass er krank ist)

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